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Gleitschirm und drachenfliegen in Dänemark
Dänemark bietet einige der besten Küsten- und Hangsoaring-Spots Nordeuropas sowie Schleppstart-Möglichkeiten für Gleitschirme und Drachen. Bevor du hier fliegst, mach dich bitte mit unseren nationalen Regeln vertraut — das ist ein wichtiger Teil unserer Bemühungen, das Fliegen bei uns sicher zu halten.
ACHTUNG: Bitte lies die Abschnitte zu militärischen Gebieten und NOTAMs, bevor du fliegst.
Unten findest du Informationen zu Sicherheit, Regeln und Fliegen in Dänemark.
Neu hier? Fang mit dem Wichtigsten an (was du haben MUSST)
Bevor du in Dänemark fliegst, musst du:
- eine Pilotenlizenz besitzen, mindestens FAI IPPI 4 (bring deinen Ausweis mit)
- eine Haftpflichtversicherung haben
- einen FAI-zugelassenen Helm tragen (EN 966)
- vor jedem Flug die NOTAMs prüfen — das gilt auch für das Dünensoaring!
Führe einen Rettungsschirm mit, wenn du höher als 150 m fliegen willst. Die vollständigen Regeln findest du im nächsten Abschnitt.
Wie lauten die vollständigen Regeln und Vorschriften?
- Mit deiner nationalen Lizenz darfst du maximal 30 Tage lang fliegen.
- Deine Lizenz muss FAI SafePro Para/Delta 4 (FAI IPPI 4) entsprechen. Führe deinen Ausweis immer mit.
- Eine Haftpflichtversicherung ist vorgeschrieben.
- Ein FAI-zugelassener Helm (EN 966) ist Pflicht.
- Kein Flug über 150 m (500 ft) ohne Rettungsschirm.
- Nur VFR-Flüge (Sichtflug), und nur zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.
- Für Streckenflüge ist eine Qualifikation entsprechend FAI SafePro Para/Delta 5b (FAI IPPI 5b) erforderlich.
- Die maximale Flughöhe beträgt überall in Dänemark 1050 m (3500 ft MSL).
- Die Ausbildung von Schülern jeglichen Niveaus erfordert eine vom DHPU ausgestellte Fluglehrerlizenz.
-> Link zu den offiziellen Regeln und Vorschriften (auf Englisch)
Gibt es militärische Gebiete, auf die ich achten muss? (NOTAMs)
Ja — das ist entscheidend. Mehrere militärische Schießplätze umfassen Hänge und Dünen, die sich ideal zum Küstensoaring eignen. Du darfst dort nur fliegen, wenn sie für die Öffentlichkeit freigegeben sind und keine scharfen Schießübungen stattfinden.
In den letzten Jahren hat die militärische Aktivität zugenommen, besonders im südlichen Teil der dänischen Westküste. Es wurden ausländische Piloten beobachtet, die während Übungen geflogen sind — das ist gefährlich, und das Militär kommt an den Strand und nimmt Piloten fest.
Sperrgebiete ändern sich von Tag zu Tag, deshalb musst du vor jedem Flug die Navigationswarnungen für den dänischen Luftraum prüfen — besonders entlang der Küste zwischen Vejers/Blåvand und bis hinauf nach Hvide Sande. Hinweis: Alle Zeiten sind in Zulu-Zeit (UTC) angegeben.
-> Link zu den Navigationswarnungen für den dänischen Luftraum
Wo darf ich fliegen, starten und landen? (öffentliche und private Gebiete)
Dänemark bietet viele fantastische Möglichkeiten für das Küstensoaring — aber nicht alle Gebiete sind für die Öffentlichkeit freigegeben, und Schirme, die bereits in der Luft sind, bedeuten nicht automatisch, dass du dort fliegen darfst.
In vielen Fällen hat ein dänischer Verein eine private Vereinbarung mit einem Grundbesitzer getroffen, um den Hang und das umliegende Gelände für Zufahrt, Parken, Start und Landung zu nutzen. Das bedeutet, dass besondere Regeln gelten können, zum Beispiel:
- eine erforderliche Erlaubnis, um im Gebiet zu fliegen;
- bestimmte Flugverbotszonen oder Flugverbotszeiten;
- eine Begrenzung, wie viele Schirme gleichzeitig in der Luft sein dürfen.
Zum Starten und Landen auf privatem Grund brauchst du die Erlaubnis des Eigentümers. Wenn du unsicher bist, ob ein Gebiet freigegeben ist, oder Fragen zu den örtlichen Bestimmungen hast, wende dich an den örtlichen dänischen Verein.
-> Informationen zu einer Auswahl der beliebtesten Fluggebiete
Welche Ausweichregeln gelten beim Hangsoaring?
Behalte die anderen Piloten um dich herum stets im Blick.
Die Regel: Wer den Hang auf seiner linken Seite hat, muss ausweichen, indem er nach rechts abdreht, weg vom Hang. Weiche rechtzeitig aus und halte ausreichend Abstand, damit du keinen Klapper beim Schirm in deinem Windschatten verursachst.
Wie fliege ich sicher an der Küste?
Küstensoaring unterscheidet sich stark vom Fliegen im Gebirge und kann gefährlich sein, wenn du es nicht gewohnt bist:
- Wir starten oft bei stärkerem Wind, als im Gebirge üblich ist, was fortgeschrittenere Groundhandling-Fähigkeiten erfordert. Viele Unfälle mit ausländischen Piloten passieren beim Start bei starkem Wind.
- Der Wind am Strand kann sich passend anfühlen, weiter oben aber deutlich stärker sein. Piloten wurden davon überrascht und hinter die Hangkante in den Rotor zurückgeweht, wo Klapper wahrscheinlich sind.
- Bevor du vom Strand aus startest, geh auf die Spitze der Düne oder des Hangs und miss oder erfühle dort den Wind.
- Fliege niemals bei Wind stärker als 7 m/s (26 km/h), gemessen auf der Spitze der Düne oder des Hangs.
- Fliege immer mit Beschleuniger.
Sehr erfahrene Piloten kommen vielleicht mit stärkerem Wind zurecht — das bedeutet nicht, dass Piloten, die mit den örtlichen Bedingungen nicht vertraut sind, dasselbe können.
Fliegst du einen Parakite? Du trägst eine besondere Verantwortung
Ein Parakite verhält sich völlig anders als ein herkömmlicher Schirm: Er fliegt deutlich schneller und kann aktiv sowohl abtauchen als auch steigen. Das fügt dem Luftraum eine neue Dimension hinzu, die die Piloten um dich herum nicht gewohnt sind.
Wichtig: Parakites sind in Dänemark legal, aber die Rechtslage ist von Land zu Land unterschiedlich — in einigen sind sie reguliert, in anderen, etwa in Deutschland, nicht erlaubt. Deshalb sehen wir viele Parakite-Gastpiloten an der dänischen Küste — und als Parakite-Pilot trägst du eine besondere Verantwortung dafür, den gemischten Verkehr sicher zu halten.
Das größte Sicherheitsproblem ist die Kombination aus hoher Geschwindigkeit und der Vermischung mit langsamerem Gleitschirm-Verkehr (PG) — besonders an den Küstenhängen:
- Geschwindigkeitsunterschied — ein Gleitschirm fliegt etwa 38 km/h. Ein Parakite im Soaring-Trimm fliegt etwa 45 km/h; im Speed-Trimm 60+ km/h. Dieser Unterschied lässt beim Aufeinandertreffen mit einem anderen Piloten nur sehr wenig Reaktionszeit.
- Unerwartete dreidimensionale Bewegung — ein Parakite kann aktiv abtauchen und steigen, statt nur eine waagerechte Hanglinie zu fliegen. Gewöhnliche Gleitschirmpiloten erwarten diese vertikale Bewegung nicht und können nicht vorhersehen, wohin du als Nächstes fliegst. Mach deine Absichten deutlich und halte dich gut von anderem Verkehr fern.
- Überholen von hinten — du wirst PG-Piloten von hinten einholen, und sie rechnen nicht damit. Du musst ausweichen — und du brauchst einen Plan, bevor du sie erreichst.
- Hangflug im Verkehr — an den dänischen Küstenhängen fliegen viele Piloten dicht beieinander. Einen Parakite hier zu fliegen erfordert ständige Aufmerksamkeit für die Staffelung und Respekt für das, was die anderen Piloten erwarten.
- Deine Aufgabe — passe deine Geschwindigkeit dem Verkehr an. Nutze den Soaring-Trimm, wenn du unter PG-Piloten fliegst, und spare dir den Speed-Trimm für Situationen auf, in denen du allein bist oder klare Staffelung hast.
Verhaltenskodex — wie sollte ich mich an der Küste verhalten?
Anders als beim Thermikfliegen findet Küstensoaring in der Nähe von Menschen, Vieh und Gebäuden statt, auf einem begrenzten Hangabschnitt, den auch andere nutzen. Wenn du zum ersten Mal in Dänemark Küstensoaring machst, lies dir bitte Folgendes durch:
- Frag einen einheimischen Piloten — unsicher bei den Bedingungen, den örtlichen Bestimmungen, dem Privatgelände oder den besten Start- und Landeplätzen? Wende dich an den örtlichen Verein.
- Zeige gutes fliegerisches Verhalten — an den Hängen tummeln sich Piloten aller Könnensstufen; das ist nicht der Ort zum Angeben.
- Fliege im Rahmen deines Könnens — die Gebiete sind unterschiedlich schwierig, und die Bedingungen können sich schnell ändern.
- Räum hinter dir auf — nimm deinen Müll am Ende des Tages mit nach Hause.
- Respektiere Menschen, Eigentum und Vieh — zeige Respekt, um Respekt zu ernten.
- Nimm Rücksicht — nicht jeder freut sich über einen Schirm, der nahe seinem Haus schwebt. Bleib in Bewegung, sei diskret und halte den Funkverkehr auf ein Minimum.
- Schütze die Sanddünen — die Dünen der Westküste sind ein empfindlicher, geschützter Lebensraum. Strandhafer und andere Pflanzen stabilisieren die Dünen und dürfen nicht zertreten werden. Bleib auf den markierten Wegen und vermeide es, durch die Vegetation zu laufen.
An wen wende ich mich?
- Örtliche Vereine — bei Fragen zu den Bedingungen, zum Privatgelände oder zu den besten Start- und Landeplätzen ist der örtliche Verein dein bester Ansprechpartner. Siehe die Übersicht der dänischen Vereine
- Das DHPU-Büro — als Gastpilot kannst du dich mit allen Fragen zur Einhaltung der dänischen Vorschriften gerne an unser Büro wenden
Diese Broschüre findest du auf Campingplätzen und in Touristeninformationen, oder du kannst sie hier herunterladen.
